Certain People

  • Wollen wir's Left-Field Pop nennen? Es böte sich bei SOPHIE förmlich an. Hinter dem Projekt an sich steht jedenfalls keine Frau, wie man vermuten könnte, sondern ein junger Mann mit massig Pop-Projektionsfläche und Interesse an glitchig-elektronischen Texturen. Sein Name tauchte in der Vergangenheit auch im Fahrwasser von Künstlern wie QT, Le1f, GFOTY und Charli XCX auf, sein Quasi-Album ‚Product‘ erscheint noch in 2015, im neuen Jahr besucht er dann Berlin – hoffentlich mit Merchtisch und dann bitte auch mit Dildo. Bis dahin müssen's jedenfalls die über einen Zweijahreszeitraum verteilt veröffentlichten Singles und SoundCloud-Uploads richten – und die offenbaren zwar einerseits Pop-Schemata in Sachen Melodie, Refrain und Eingängigkeit, aber eine elektrische Kaputtheit und Außenseitertum andererseits. Aufgewachsen ist Lewis Roberts alias KORELESS in dem kleinen walisischen Örtchen Bangor, heute lebt er nach einer Station in Glasgow in der britischen Hauptstadt London. Seit dem neunten Lebensjahr macht er Musik, ließ sich inspirieren von Jazz-Größen wie John Coltrane um im weiteren verlauf elektronische Musik für sich zu entdecken. Als Koreless trat er 2008 erstmals in Erscheinung, 2010 nahm dann schließlich alles Fahrt auf und gipfelte 2013 vorerst in der Dank einer wunderbar lieblichen Melange aus kleinteiliger Electronica und Post Dubstep zu Recht vielgefeierten ‚Yugen‘ EP auf Young Turks. Etwas nebulöser stellt es sich bei MSSINGNO dar: Musikalisch fügen sich die Teile einwandfrei in den heutigen Abend ein, der in London geborene und in Leeds lebende Producer eher an der Schnittstelle R&B / Grime / ‚Heartstring-tugging Pop‘ arbeitet. In Sachen Personenkult hat MssingNo aber gut aufgepasst – lange Zeit gab es gar keine Wortmeldungen, 2014 das erste Interview und auch sonst wächst das zarte Pflänzlein eher im Schatten, als im vollen Rampenlicht. Genau richtig also zur Abrundung dieser Ausgabe von ‚Certain People‘. ‚Certain People‘ (dt.: ‚gewisse Leute‘, in Anlehnung an einen Songs Morrisseys) stellt einerseits etablierte Künstler vor, die abseits des Pop-Mainstreams operieren und legt andererseits großes Augenmerk auf musikalische Entdeckungen, die in Berlin zum ersten Mal die Gelegenheit zu einem Auftritt haben.
  • Certain People - Flyer front
    Certain People - Flyer back