12 Years Icon Session I feat Xxx Change

  • Venue
    Icon
    • Cantianstrasse 15; Prenzlauer Berg; 10437 Berlin; Germany
  • Attending
  • SPANK ROCK ist leidenschaftlich, dreckig. Wie Sex. Spank Rock? Das waren doch diese Intellektuellen aus Baltimore, oder? Natürlich meinen die alles ernst. Natürlich ist das aber auch völlig überzogen. Wer über Sexismen im HipHop reden will, der kommt an der Rap-Gruppe aus Maryland, die sich um den gleichnamigen MC formiert, nicht mehr vorbei. Dreckigste Tonspielereien, weit schmutzigere, anzüglichere Inhalte und das alles auf dem englischen Vorzeige-Label Big Dada. Wie jetzt? Porno-Styles aus dem Zuhause von Roots Manuva, Ty und Diplo? „Wir sind die Boyband des Rap“, lässt Alex Epson aka XXX Change verlauten. Der Kopf und Produzent des Projekts darf nach diversen Erfahrungen in anderen Bands jetzt bei Spank Rock Enterprises die Controller alleine in die Hand nehmen. Simpelste Atari-Synthies wurde lange nicht mehr so sympathisch mit einem Hip Hop-Beat unterlegt. Da quietscht, kreischt, knarrt, brüllt und tropft Elektronisches aus den Boxen. Die Karriere von Spank Rock begann offiziell 2005 mit der ersten Single „Put that pussy on me“. Bereits 2006 waren sie mit Beck auf Tour und veröffentlichten ihr Debütalbum „YoYoYoYoYo“, um ihre musikalische Definition von Booty Bass, Electro und Volldampf unter das Volk zu bringen. Ganz schön abgebrüht muss man sein, wenn man einen Song aus leiernden Elektrospuren und lateinamerikanischen Drumpatterns „Rick Rubin“ tauft. So ein Schabernack sollte mit einem solchen Namen nicht getrieben werden. Ganz sauber sind die Jungs auf keinen Fall. Spank Rock rasen als Nerdvariante von 2 Live Crew auf skurrilen Wegen zwischen Dizzee Rascal, David Bowie und Def Jux hin und her. Ihre Texte, die sich diffizil mit dem weiblichen Körper und den leiblichen Freuden auseinandersetzen, ironisieren Sex als einziges Thema des Mainstreams. Musikalisch beschreiben sie sich selbst als eine Hommage an den Miami Bass. Die klassischen TR-808 Beats werden durch zahlreiche Elektrosounds ergänzt und die bösen Subbässe, die XXX Change mit tieffrequentem Testton generiert, von der Kickdrum getriggert. Dazu mischt er ein Gebräu aus Bassmassiven, Taschenrechnermelodien und Störgeräuschen von Celli bis Soulplatten. Abstrus und durchgeknallt, denn die Devise ist, alles nicht so ernst zu nehmen. Das sehen unsere Berliner Jungs sicherlich genau so und feiern mit uns 12 Jahre Icon. Text: Roland Grieshammer aka Ro