Klubnacht - Rush Hour Nacht + Interview

  • Rush Hour ist ein Amsterdamer Label (und Plattenladen), das nicht erst seit vorgestern abseits vom Minimalmainstream 1a Qualitätsmusik fördert und fordert. Vor allem Techno Detroiter Prägung steht auf dem Programm: immer seriös, deep und funky. Unsere Rush Hour Nacht findet heute zwar hauptsächlich in der Panorama Bar statt, aber auch im Berghain spielt mit Santiago Salazar alias DJ S2 jemand, der mit „Materia Oscura/Sci-Fi Xicano“ eine der besten Rush Hour Platten in den letzten Monaten vorlegen konnte. Salazar ist Underground-Resistance-Mitglied und Tour-DJ von Galaxy To Galaxy und Los Hermanos, der Mann weiß also, was zu tun ist. In der Panorama Bar gibt es mit Yuro + Trago einen Live Act, von dem Carl Craig so begeistert war, dass er die beiden Holländer kürzlich zum Jammen in sein Detroiter Studio eingeladen hat. Pied Plat sind wiederum drei Berliner, die es mit ihrer ersten Platte („Ode To Ede/Double Trouple“) zum Beispiel auf die Mix-CD von Marcel Dettmann geschafft haben. Und hinter All Out K verbirgt sich der Rush Hour Betreiber Christaan. Interview Soundstream Bitte stelle dich vor. Meine Name ist Frank Timm, ich bin 34 Jahre alt, Ur-Berliner, DJ und Produzent seit circa 15 Jahren. Du hast als Produzent drei Projekte: Soundstream, Soundhack und Smith N Hack. Welche musikalischen Felder beackerst du mit deinen Projekten? Beackert wird der Oberbergriff „House“, für mich ist es musikalisch nicht möglich, zwischen den Projekten Grenzen zu ziehen. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in den Produktionsweisen und in der Anzahl der Gehirne. Soundhack besteht aus kleingehackten Samples, mit denen ich Beattracks baue. Soundstream ist mehr Re-edit- beziehungsweise Looporientiert und bei Smith n Hack entstehen viele Tracks aus gemeinsamen Jam-Sessions mit Erik Wiegand alias Errorsmith, bei denen wir alles benutzten, was Soft- und Hardware so hergibt. Ältere Funk- und Disco-Platten scheinen wesentlichen Einfluss auf deine Musik zu haben. Was sind deine Lieblingsproduzenten aus der Zeit? Da gibt’s viele, aber oben auf der Liste stehen Bernard Edwards und Nile Rodgers von Chic und Sister Sledge. Wenn jemand nach meinem Verständnis für Musik etwas auf den Punkt produziert hat, dann die beiden. Direkt, simpel, funky, wunderschön und alles genau an der richtigen Stelle. Deine Musik klingt ziemlich „in your face“ und dabei überhaupt nicht prollig, Die meisten Produzenten bekommen diese Balance nicht so gut hin. Was machen die falsch? Danke für das Kompliment. Ich kann aber nicht sagen, was die anderen falsch machen, Musik zu produzieren ist ein sehr persönliches Ding. Einen Track oder eine Platte zu machen reflektiert einen selbst. Ich mag einfach sehr simple und direkte Sachen. Wenn ich mich mit einem Track befasse, brauche ich Zeit, viel Zeit. Manchmal lasse ich ein Stück ein bis zwei Jahre reifen, bevor ich mit dem Feintuning beginne, was nochmal Monate dauern kann. Ich bin äußerst selbstkritisch und nur wenn ich denke, dass es wirklich rund ist, ist der Track fertig – aber eigentlich bin ich nie 100% zufrieden. Du selbst hälst dich sowieso in Sachen Eigenpromotion eher zurück – warum eigentlich? Ich glaube, ich bin alles andere als ne Rampensau. Mir fällt es schwer, meine Person zu präsentieren. Ich hab in der Vergangenheit lieber nur meine Musik in den Mittelpunk gestellt, verstehe aber, dass die persönliche Promotion auch dazu gehört. Somit versuche ich mich seit kurzem ein wenig mehr der Öffentlichkeit zu stellen, mit Fotos zu meinem Namen zum Beispiel. Wie gestaltet sich für dich ein ideales DJ-Set? Ich mag es, wenn mein Set Pos zum Wackeln bringt. Ich muss mir selber Abwechslung bieten und Spaß haben, nur so kann ich den Spaß auch vermitteln. Ideal für mich ist es, wenn ich alles spielen kann: neue Sachen, aber auch meine treuen Partybegleiter. Soundstream legt Sonntagmittag, den 19. Oktober, in der Panorama Bar auf.
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