Klubnacht - Monika's Geburtstag + Interview

  • Im Berghain feiert Moni Kruse heute ihren Geburtstag, mit dabei sind der New Yorker Techno-Produzent mit dem vollmundigen Namen Tony Rohr und ihr Leib- und Magen-Koproduzent Gregor Tresher. Darauf auch ein „Hoch soll sie leben!“ von unserer Seite. Eine Etage höher gibt es heute zwei Live Acts zu hören: Zum einen den vielleicht interessantesten Minus-Act Heartthrob, der gerade mit Dear Painter, Paint Me sein Debütalbum veröffentlicht hat und darauf scheinbar mühelos seinen seit Baby Kate populären Style aus kalten und suggestiven Bleeps fortführt. Zum anderen Kreon & Lemos, zwei Griechen aus Athen, die auf ihren Platten mit extrem spleenigen Ideen und lustigen Vocals dem ganzen Minimalgenre eine kleine humoristische Note injizieren. Interview Monika Kruse Bitte stelle dich vor. Monika Kruse, 1971 in Berlin geboren, in München aufgewachsen und seit zwölf Jahren wieder in Berlin. DJ,Produzentin, Labelchefin, Partyveranstalterin. Du engagierst dich mit dem “No Historical Backspin” Projekt seit acht Jahren gegen Rechtsextremismus und Rechte Gewalt. Was für Erfahrungen konntest du in der Zeit sammeln? Leider ist das Thema Rechtsextremismus immer noch sehr aktuell, und auch unsere Szene ist betroffen. Aber es ist mittlerweile sehr schwer, Partys gegen Rassismus zu organisieren, unsere Hauptschwierigkeit ist die Zeit der DJs. Wenn man 20 DJs anfragt, kann höchsten einer, die andere Hälfte ist auf Tour, die andere Hälfte im Studio. Oder dass es an DJs, die Leute ziehen, in den wichtigen Regionen, wie zum Beispiel dem Osten, fehlt. Würden wir aber mit sechs DJs von außerhalb anreisen, so sprengen die Fahrtkosten dann die eingenommene Spende. Auch ist es schwierig, einen Club zu finden, der überhaupt Interesse hat, sich mit einem politischen Statement in die Nesseln zu setzen. Und Sponsoren findet man genau aus diesen Gründen auch nicht. Aber ich gebe nicht auf und es sind zwei weitere “No Historical Backspin” Partys Ende des Jahres geplant. Wie beurteilst du den momentanen musikalischen Status Quo von Techno? Warum gibt es gerade jetzt wieder eine Renaissance von tooligeren, härteren Platten? Momentan habe ich das Gefühl, dass wieder etwas Bewegung nach dem Minimalhype in unserer Musikszene ist. Ich finde, es gibt momentan interessante neue Houselabels, und im Technobereich gibt es neuen Schwung durch den Einfluss der alten Detroiter Schule und den Einsatz von vielen percussiven Elementen. Die Renaissance von tooligeren, härteren Platten erkläre ich mir mit der manchmal fehlenden Energie von vielen Minimalplatten. Manchmal braucht man den gewissen Kick nach dem vielen Click und Clack. Du produzierst deine Platten mit Gregor Tresher, der mit dir an deinem Geburtstag Ende Juli auch im Berghain auflegt. Eine kleine Charakteranalyse bitte. Gregor hat schon einige Platten auf meinem Label Terminal M veröffentlicht und wir haben schon lange vorgehabt mal zusammen zu jammen. Das hat dann so viel Spaß gemacht, dass wir das Projekt GTMK gegründet haben und auf Intacto und Terminal M Platten veröffentlicht haben. Da lag der Gedanke nah, ihn zu fragen, ob er mein Coproduzent für mein kommendes Album sein möchte. Viel wichtiger ist aber, dass aus der gemeinsamen Produziererei eine gute Freundschaft entstanden ist. Und seinen Geburtstag feiert man doch am liebsten mit seinen Freunden, deshalb freue ich mich insbesondere auf ihn, sowie meine anderen Geburtstagsgäste und Freunde Heartthrob, Tony Rohr und nd_baumecker, die den Abend mit mir in unserem Lieblingswohnzimmer bestreiten. Du inszenierst dich selbst gerne auf deinen Plattencovern. Für die meisten Techno/House-Produzenten ist das ein Tabu, die Musik soll in der Regel nicht durch ein visuelles Star-Bild verkauft werden. Was reizt dich daran? Ich wusste bis jetzt nichts von einem Tabu... aber dann befinde ich mich doch in guter Gesellschaft, denn die Liste von Covern, auf denen Techno-DJs abgebildet sind, ist so lang: Marcel Dettmann, Ricardo Villalobos, die BPitchcontrolcrew, Cassy, Martini Brös, Richie Hawtin, Supermayer, Miss Kittin… um nur einige zu nennen. Wenn es um die eigene Musik geht, warum sollte man nicht ein Foto, welches eine Geschichte passend zum Album erzählt, verwenden? Das hat doch nichts mit Selbstinszenierung zu tun. Um sich selbst zu inszenieren braucht man auch in dem Technobusiness kein Foto... wie ja manche Auftritte einiger DJ-Kollegen beweisen. Monika Kruse legt am 26. Juli im Berghain auf.
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