Snax Club(Men Only) - 13 Jahre Environ + Interview

  • An diesem Ostersamstag gibt es, getrennt vom Sodom&Gomorrha-Treiben ein und zwei Stockwerke tiefer, in der Panorama Bar eine ganz spezielle Nacht. 13 Jahre Environ wird hier gefeiert, das New Yorker Label von Morgan Geist. Mit Platten von Metro Area, Daniel Wang, Titonton Duvanté und nicht zuletzt Kelley Polar hat Geist die mitunter herausragendste Musik innerhalb der Elektronischen Musik der letzten Jahre veröffentlicht. Hier verschmolz als erstes Disco und House zu einem so reduzierten wie mitreißenden Sound, der einen Großteil der letzten zehn Jahre beeinflussen sollte. Qualität statt Quantität hat sich bei der Veröffentlichungspolitik Environs bezahlt gemacht. Besonders freuen wir uns auf die Live-Performance von Kelley Polar, die sich bei ihrem ersten Auftritt bei uns als eine Art durchgeknallte Fiat Lux Sekte in wallenden weißen Gewändern und Blumengebinde im Haar inszeniert haben. Ihr neues Album heißt “I Need You To Hold On While The Sky Is Falling” und ist der schönste Außenseiter-Pop, den wir seit langem gehört haben. Interview Morgan Geist Bitte stelle dich vor. Morgan Geist, Betreiber von Environ Records in New York City. Den 13. Geburtstag deines Labels wirst du zu Ostern mit einem Environ-Showcase in der Panorama Bar feiern. Wie fühlt es sich an, wenn das Baby langsam zu einem Mann heranwächst? Also, ich hatte meine Bar Mitzvah auch mit 13, was inzwischen schon lange her ist. Es ist schön, das eigene Kind wachsen zu sehen! Was waren in all den Jahren von Environ deine persönlichen Höhe-, was deine Tiefpunkte? Die Tiefpunkte waren zahlreich, denn wenn man ein Mensch mit moralischen Prinzipien ist, kann das Betreiben eines Plattenlabels ein depremierendes Geschäft sein. Es ist in der Musikszene normal, andere Leute finanziell abzuziehen. Die Zeit, die man damit zubringt, sich davor zu schützen, zehrt schon an den Nerven. Aber die Höhepunkte waren die Veröffentlichungen jeder einzelnen Platte, gerade die ersteren. Ich kann mich noch daran erinnern, als Fat Cat Records in London die erste Environ im NME gechartet hat. Ich fühlte mich auf dem Gipfel der Welt! Mit sieben EPs innerhalb von acht Jahren hast du nicht gerade viele Platten von Metro Area veröffentlicht. Bist du bei deinem eigenen Projekt besonders pingelig? Da gibt es viele Antworten drauf, sarkastische und bittere oder selbstbeweihräuchernde und arrogante. Ich denke, der sicherste Weg es auszudrücken ist folgender: Darshan, mein Partner bei Metro Area, und ich funktionieren extrem verschieden und manchmal braucht es eine lange Anlaufzeit, um unsere Arbeitszeiten zu synchronisieren. Dazu kommt, dass wir wirklich sehr wählerisch und perfektionistisch sind, was auch zu Problemen führt. Ein guter Aspekt ist allerdings, dass wir auf 80 bis 90% der Musik, die wir veröffentlich haben, wirklich stolz sein können – selbst bei unseren Standarts. Auch das neue Kelley Polar Album auf Environ ist super. Auf dem Promowisch steht etwas von “Outsider Pop”, wie würdest du es selbst beschreiben? Der Ausdruck stammt von mir! Und wie wird Kelley Polar dieses Mal performen? Wieder mit Sängerinnen und Violinspieler, alle in weiße Gewänder gehüllt, mit Blumengebinde im Haar wie beim letzten Mal? Da müssten wir am besten ihn selbst fragen, aber ich denke, der Auftritt wird dieses Mal etwas mehr Dynamik haben. Es gibt zum Beispiel einen exzellenten Schlagzeuger, einen wundervollen Keyboarder und ausgezeichneten Bassisten. Es gibt zwar auch wieder ein paar theatralische Show-Elemente, aber insgesamt mit einem ausgeprägteren Live-Gefühl. Ich hoffe, dass es die Leute mögen werden! Zu guter Letzt: was ist deine liebste Danny Wang Geschichte? Davon gibt es zu viele! Ich denke, ich kann sie zu einer Phrase summieren, die mir in den Sinn kam, als Danny noch in New York lebte: “Dannywelt”. Die Dannywelt existiert zu jeder Zeit, ganz egal was in der realen Welt passiert. Was wiederum ein breites Spektrum an Gefühlen bei jedem hervorbringen kann, der Zeuge wird, wenn die wirkliche Welt und Dannywelt kollidieren. Er ist sein eigener Mann. Morgan Geist spielt am Samstag, den 22. März, in der Panorama Bar.
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