Klubnacht - Serenity Release Party + Interview

  • Jerome Sydenham ist in Ibadan/ Nigeria geboren und aufgewachsen, zog im Jugendalter nach England und emigrierte Anfang der 80er nach New York - wo er Ende der 80er seine Karriere als A&R bei Atalantic Records startete. Sydenham war Resident-DJ in den wichtigsten New Yorker House-Clubs, sein Name (und sein Label Ibadan) stand in den 90ern für organischen Deephouse mit Afrogetrommel, in den letzten Jahren bezog sich Sydenham mehr und mehr auf einen europäischen, heruntergestrippten technoideren Sound. Immer noch deep, aber absolut partykompatibel. Seine aktuellen Produktionen haben einen breitwandigen Cinemascope-Sound, der sich auch perfekt in Len Fakis Sets einfügt (wie man auch schon bei Sydenhams erstem DJ-Gig im Berghain gehört hat). Freuen tun wir uns auch auf die Record Release Party von unserem ersten Artist-Album auf Ostgut Ton: "Serenity" von Prosumer und Murat Tepeli. Das ist (natürlich) ganz toll geworden und steht mit seinen zeitlosen Chicago-Grooves und dem Gesang von Prosumer und Elif im aktuellen Releasedschungel da wie ein Solitär. Heute Nacht live und direkt! Interview Jerome Sydenham Bitte stelle dich vor. Ich heiße Jerome Sydenham, bin DJ, Produzent, Chef und Eigentümer von Ibadan Records, UK Promotions und Apotek Records. Mit dem Plattenauflegen und Musikmachen hab ich Ende der 80er Jahre angefangen, 1995 gründete ich Ibadan Records, in erster Linie um meiner eigenen Kreativität eine Plattform zu geben. Vorher hab ich als A&R für East West gearbeitet, wo ich für die ersten Veröffentlichungen von Ten City und Kerri Chandler verantwortlich war. Geboren bist du in Ibadan/ Nigeria, während deiner Jugend bist du mit deiner Familie nach England gezogen, Anfang der 80er schließlich nach New York. Wie hat sich dieser stetige kulturelle Wandel auf deine Persönlichkeit, auf deine Musik ausgewirkt? Das hatte sich alles extrem positiv ausgewirkt. Von der Vielfalt an Kultur und musikalischen Ausdrucksformen hab ich selbst natürlich profitiert. Meine Idee hinter allem ist und bleibt, hochqualitative Tanzmusik zu produzieren und sich dabei von den besten Elementen inspieren zu lassen, die einem das Leben offenbart. Warum bist du von New York nach Kopenhagen gezogen? Ich war die New Yorker Dance-Szene etwas müde und hab die meiste Zeit sowieso schon in Europa und Asien verbracht. New York ist ein Teil meiner Seele und immer noch die fantastischste Stadt der Welt, wo auch immer ich hingehe, nehme ich ihren Esprit mit. Ich werde übrigens bald nach Berlin ziehen, weil sich die Stadt zu einem großartigen kreativen und internationalen Zentrum für Kunst, Musik und Nightlife-Kultur entwickelt hat. Was treibt dich nach all den Jahren immer wieder in die Clubs? Die Balance aus einem guten Soundystem und einem guten Publikum. Ich liebe Musik und genieß immer noch die ganze Nachtlebenskultur mit den kontinuierlichen Veränderungen in der Musik, im Sound, den Trends und den ganzen Persönlichkeiten. Es wird einfach nie langweilig. Was ist eigentlich aus dem ganzen Panflöten/Afrogetrömmel-Deephouse geworden, den du auch vor Jahren gespielt hast? Die Dinge haben sich für mich als DJ und Produzent einfach natürlich weiterentwickelt. Ich brauchte irgendwann neue Herausforderungen, was mich zu Tracks wie „Sandcastles“ und „Timbuktu“ geführt hat. Und welche Musik kickt dich aktuell am meisten? Ein bisschen von allem: von deepen Techno über ausgewählten Minimal und Deephouse. Das Wichtigste überhaupt ist Energie und eine hochqualitative Auswahl. Anfang letzten Jahres haben wir mit Apotek Records ein neues Sub-Label für Techno und Electronic gegründet, außerdem ein Collaborationslabel mit dem legendären dänischen Produzenten Rune RK namens Avocado Records. Jerome Sydenham spielt am Samstag, 12. Januar in der Panorama Bar und am Samstag, 26. Januar im Berghain.
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