Finest Friday

  • Als Grenzgänger zwischen den U- und E-Musik hat unser Kolumnist Stefan Goldmann in den vergangenen Jahren schon öfters für ungewöhnliche Klänge auf den Dancefloors gesorgt, wie zum Beispiel einen bulgarischen Frauenchor bei „Lunatic Fringe“. Bei seinem seinem neuen Album 17:50, das er heute Nacht in der Panorama Bar vorstellen wird, geht er noch ein paar Schritte weiter. Das gesamte westliche Harmoniegefüge wurde über Bord geworfen und durch Stimmungssysteme ersetzt, die fremdartig schöne, aber zugleich extrem klare Melodien, Basslinien und Akkorde hervorbringen. Das sogenannte Pitchbending, eine gleitende Tonhöhenänderung, eröffnet hier ungeahnte Möglichkeiten: Töne stehen nie still, sie werden mit einem Maximum an Ausdruck gebogen und verschoben. Mal in der Vierteltonstimmung arabischer Maqam-Tonleitern, mal mit indonesischen Tunings. Weltmusik ohne Weltmusik-.Schmock. Dazu drei DJs (bzw. ein DJ-Team), die ebenfalls für einen Blick über den Tool-Tellerrand gut sind: die Chateau Flight DJs, Nico von Nôze, der sich für die elfte Ausgabe der Body Language Mix-Serie verantwortlich zeichnete, und Ruede Hagelstein.