Get Perlonized + Interview

  • Thomas Melchior war schon einmal Mitte der 90er Jahre eine der tragenden Säulen von minimaler Tanzmusik. Damals produzierte er in London hauptsächlich alleine und mit Baby Ford auf den Labels Trelik und I-Fach, sein Projekt für kuschlige Wohnzimmer-Electronica mit dem schönen Namen Vulva veröffentlichte er wiederum auf Rephlex und Source. Das liegt nun auch schon einige Jährchen zurück, heute nacht wird Melchiors neues Album auf Perlon, „No Disco Future“, gefeiert: Ein Doppel-Vinyl mit acht superben Tracks, denen allesamt dieser Melchior-typische Groove innewohnt, knochentrocken und doch bezwingend. Und wenn dann noch Ricardo, Sammy und Zip auflegen, kann man nur sagen: Besser geht’s nimmer. --------------------------------------------------- „In einem Jahr mit 13 Monden“ ist ein Film von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1978. Erzählt werden die letzten fünf Tage im Leben des Transexuellen Erwin bzw. Elvira Weishaupt. Wie so oft bei Fassbinder: eine Tragödie. Sven Marquardt (Fotografie) und Viron Vert (Bühnenbild, Styling) haben aus der Beschäftigung mit Fassbinders Werk die Idee einer Hommage an den vielleicht wichtigsten aller deutschen Regisseure entwickelt. Herausgekommen sind 13 Fotoserien zu 13 Filmen von Fassbinder. Ihre Motivation war, die Kernaussage von Filmen wie „Lilie Marlen“, „Querelle“ oder „Warnung vor der heiligen Nutte“einzufangen, auf den Punkt zu bringen. Das Ergebnis sind S/W-Fotografien, die das Düstere und Kaputte von Fassbinders Figuren eindrucksvoll nachzeichnen. Die Ausstellung wird in der Säulenhalle, dem Eingangsbereich zum Berghain, installiert sein. Die Bilder werden dort bis zum 22. Dezember freitags zwischen 20 und 24 Uhr sowie samstags während des Clubbetriebs zu sehen sein. Interview Sven Marquardt - Viron Erol Vert Bitte stellt euch vor. Sven Ich heiße Sven Marquardt und lebe und arbeite in Berlin als Türsteher und Fotograf. VIRON Und mein Name ist Viron Erol Vert, ich lebe und arbeite in Berlin als Illustrator und Designer. Ihr habt zusammen an Bildern gearbeitet, die sich mit dreizehn Filmen von Rainer Werner Fassbinder auseinandersetzten und die im Dezember in der Säulenhalle im Berghain gezeigt werden. Warum ausgerechnet Fassbinder? VIRON Wir wollten von Anfang an ein Thema, das deutsch ist, beziehungsweise sich mit Deutschland auseinandersetzt. Da kamen wir schnell auf Fassbinder, der es geschafft hatte, alle Themen, die uns an diesem Land interessieren, in seine Arbeit einfließen zu lassen. Man kann schon sagen, dass wir zwei in unserer Kindheit oder Jugend von seinen Filmen geprägt worden sind, wenn auch ganz unterschiedlich. Vor allem sind genau seine Themen noch heute aktuell. Was ist euer Lieblingsfilm von Fassbinder – und warum ? Sven “In einem Jahr mit 13 Monden”, dieser erschien mir beim ersten Anschauen fast unerträglich. Der lief damals 1987 im Kino Babylon in Ostberlin. VIRON “Satansbraten” finde ich absolut super, aber “Querelle” hatte auch bei mir reingehauen. Da war ich 14 … Wie war der Produktionsprozess,wie habt ihr die Bilder realisiert? VIRON Wir haben 13 Filme aus dem Gesamtwerk Fassbinders ausgesucht. Danach ging es um die Findung einer Essenz, aus dieser haben wir dann die Bilder inszeniert. Warum habt ihr in Schwarz-Weiss fotografiert? Sven Mmh, das stand gar nicht zur Debatte. Für uns war von Anfang an klar, dieses Projekt ist Schwarz-Weiss! Sven, du arbeitest als Türsteher vom Berghain. Nach welchen Kriterien verfährst du, wie findest du den richtigen Publikums-Mix? Sven Kann ich so gar nicht beantworten. Es sind wohl gesammelte Vorurteile, nenne es Menschenkenntnis oder auch die langen Berufsjahre. Und genau ein guter Mix des Publikums ist optimal für eine gute Nacht! Die Ausstellung Dreizehn Monde eröffnet am Freitag, den 7.Dezember 2007 ab 20.30 in der Säulenhalle vom Berghain.Zu sehen ist sie jeweils am 14. & 21. Dezember von 20 bis 24 Uhr und am 08., 15. & 22. Dezember ab Mitternacht zu den Klubnächten .