Klubnacht - Dial DJ-Team Nacht + Interview

  • Als einen unserer besten Auswärts-Residents kann man den Detroiter Rolando bezeichnen,der ehemaliger Underground-Resistance-Produzent hat mit seiner Mischung aus perkussivem House und schneidigem Detroittechno noch jedes Mal mitreißen können. Für fliegende Arme,leuchtende Augen und weiche Knie wird auch sicherlich die heutige Dial DJ-Team Nacht in der Panorama Bar sorgen. Unser liebstes Label für House- und Technohymnen mit dandyesker Handschrift und hochkulturellen Zwischentönen zelebrierte schon vor genau einem Jahr dieses kleine Experiment: drei Teams mit jeweils zwei DJs spielen die ganze Nacht. Und den Tag. Wie formulierte es Efdemin kürzlich so schön in einem seiner Tracks? „When House would be a nation, I want to be the president.“ Interview Efdemin Bitte stelle dich vor. Phillip Sollmann aka Efdemin, Musiker, Technoproduzent. Was bedeutet das eigentlich: Efdemin? In ferner Vergangenheit gab es eine zwielichtige, eventuell auch niederträchtige Person, die diesen Namen trug. Als Kind war ich davon fasziniert. Nun heiße ich so. Du bist einer der wenigen Produzenten elektronischer Musik, die sich scheinbar leichtfüßig zwischen E und U, zwischen Galerie und Club bewegen. Da wir uns in Clubsachen bereits bestens auskennen,erzähl uns doch bitte etwas von deinen anderen Projekten. Tja, so leichtfüßig ist es dann doch nicht. Dieses Jahr haben mich die Clubs in der Hand. Aber Musik außerhalb der Clubwelt interessiert mich natürlich genau so. Als Phillip Sollmann arbeite ich an musikalischen Konzepten, die versuchen, die Wahrnehmung von Zeit zu manipulieren. Ansätze davon kann man auf meinem Album „Something is missing“ hören. Letztes Jahr habe ich eine Klanginstallation in einem Tunnel in der Champagne realisiert. Nächstes Jahr unterrichte ich an einer Kunsthochschule. So ist etwas Abwechslung gegeben. Meistens durchlaufen Musiker ja eher die Entwicklung: erst der primitive Bums als Clubproduzent, später muss sich dann als ernst zu nehmender Musiker bewiesen werden – was dann gerne mal in die Hose geht. Füttert die Lust am Ausgehen wiederum deine Lust an Techno und House? Bei mir ist es bisher ja tatsächlich eher andersherum. Ich habe erst in Wien elektroakustische Musik studiert und dann ein Technoalbum produziert, nachdem ich bereits ein sogenannt ernsthaftes Album gemacht hatte. Je mehr ich ausgehe, desto mehr Lust habe ich auf Bumbum. Das ist die alte Logik. Ich kann mich dem nicht widersetzen. Das Primitive daran ist nicht der Bums an sich, sondern die Sucht danach. In der Panorama Bar gibt es ja nun eine Dial DJ-Team-Nacht. Du spielst mit Rndm, mit dem du auch unter dem Namen Pigon Musik machst. Wer ist dieser Herr Rndm und wo trefft ihr euch musikalisch? Rndm ist Oliver Kargl – ein spitzen DJ und sehr angenehmer Zeitgenosse, den ich während meines Studiums in Wien kennen gelernt habe. Seit drei Jahren produzieren wir gemeinsam als Pigon Musik und legen regelmäßig im Golden Pudel Club in Hamburg zusammen auf. Es geht um Minimalismus als Wolf im Schafspelz, wie man auf unserer aktuellen 12-Inch „Promises“ hören kann. Oliver lebt seit einigen Monaten auch in Berlin und wir haben gerade begonnen, an unserem Live-Programm zu arbeiten. Wir sind eigentlich sehr undogmatisch, doch unsere Musik hat immer etwas sehr Trockenes, Stoisches. Meine Freundin sagte vor kurzem: „Pigon ist besser als Efdemin“. Ich muss ihr Recht geben. Gibt es deiner Meinung nach momentan eher zu viel gute Musik oder zu viel mittelmäßige? In meiner Plattentasche finden sich immer häufiger ältere Schallplatten. Woran liegt das? Es ist ein auf und ab, ein hin und her, wie seit je her. Ich mache mir eigentlich keine Sorgen um die Sache insgesamt. Es ist wohl nicht die spannendste Zeit momentan, aber die Konsolidierungsphase klingt hin und wieder wunderbar und House lugt aus allen Löchern hervor. Labels wie Sistrum zeigen, dass es immer wieder kleine Wunder gibt. Wird es dir in deinen stets adretten Hemden und V-Ausschnitpullovern manchmal nicht zu heiß im Club? Oder gilt für dich die eiserne Regel: Kontrollverlust ja, aber bitte mit Contenance? Contenance steht für mich ganz oben und über allem was den Club betrifft. Efdemin spielt am Samstag, den 1. Dezember in der Panorama Bar.
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