Playhouse presents: Warhol's Unfinished Symphony + Interview

  • Ivan The Terrible Bashes Berlin – so stand es letztens noch in einem e-mail-Interview mit Ivan Smagghe im Netz zu lesen. „I might move to London next year, I’ve considered it loads of times, but not Berlin. There are too many creative-hobo-DJs-web-designerparty people types. I like cities where you have to fight a bit, cities with edge. Berlin is so cheap everybody can afford not to have a real job, to slack around a lot and party ’til tuesday afternoon. I like it as a visitor but it’s not real enough for me.“ So so. Wir haben Ivan, den Schrecklichen, trotzdem lieb und freuen uns auf ein weiteres Set von ihm bei unserer Playhouse-Nacht. In der Zwischenzeit empfehlen wir unbedingt seine gerade erschienene Mix-CD für den Londoner Club Fabric. Interview ATA Bitte stelle dich vor Ich bin ein 68er und mein Name ist Athansssios Christios Kontoginnis Macias Arajuete oder auch Ata genannt. Du bist DJ, Label- und Club-Betreiber, Cover-Gestalter und hast zudem noch einen mutigen und wegweisenden Konzeptladen in Frankfurt/Main geführt. Siehst du dich als kreativen Unternehmer oder eher als Kreativen mit unternehmerischen Geschick? Ich mache das, was mir Spaß macht und lasse mich seit Jahren von einer Baustelle zur nächsten treiben. Mal mit Erfolg, mal mit etwas weniger Erfolg, doch alles was ich tue kommt vom Herzen und das ist wichtig. Du giltst außerdem als ein Mann mit Geschmack und Stilkunde. Was wird der Mann, bzw. die Frau von Welt in den kommenden Monaten tragen? Nicht so einfach, da gibt es vieles was Spaß macht und jeder sollte für sich selbst entscheiden was er tragen will oder nicht. Generell würde ich Rockabilly und Hemden, feste Schuhe und Anzüge im richtigen Schnitt sehen, 50er mit einem Twist. Und ganz wichtig, für die, die es tragen können, sind Hüte für den Mann. Die Frau darf sich auch mal in einem Kleid sehen lassen. Also etwas schicker mit zarten Farben oder tiefen Brauntönen, alles das, was wir an unseren Eltern gehasst haben. Du warst bis vor zwei bis drei Jahren ein lupenreiner Deephouse-DJ. Wie kam es zu deinem full-on-Stilwechsel? Das war vor drei bis vier Jahren!Deephouse hat mich einfach gelangweilt und da meine Wurzeln auch in der elektronischen Musik zu Hause liegen, war es für mich ganz einfach, mal rüber zu segeln. Ich liebe Chris and Coesy, OMD und The Residents und das ist kein Deephouse. Du bewegst dich seit langer Zeit im Nachtleben, wie fängst du Sinnkrisen auf, was machst du um den einhergehenden körperlichen Raubbau abzufedern? Ich esse gut und lasse mich massieren wie die Profis. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: du willst aufhören Aufzulegen. Stimmt das? Ja, das wollte ich, doch gab es einige meine engsten Freunde, die mir ins Gewissen geredet haben... Danach war irgendwie alles besser und nun stehe ich wieder da, wo ich mit 18 begann. Du weißt, es war eine gute Nacht in deinem Club Robert Johnson, wenn .... es die Sonne geschafft hat, sich auf der Tanzfläche blicken zu lassen. Skizziere bitte kurz den Status Quo der Frankfurter Musik- und Clubszene. Alles super, wir könnten noch die eine oder andere Location gebrauchen, aber OFFENBACH IST NICHT BERLIN. Was ist dein liebstes Berlin-Vorurteil? Keine Jobs, kein Geld, aber feiern wie die Großen... Keine Socken aber Gamaschen... Am 18. September wird voraussichtlich eine neue Bundesregierung gewählt. Stell dir vor, du wirst Wirtschaftsminister und hast die Aufgabe Deutschland zu reformieren. Was wirst du tun? Starke Senkung der Steuer, den Leuten die Luft zum Atmen geben. Vor allem sollte mit diesen ganzen versteckten Steuern Schluss gemacht werden. Die Mehrwertsteuer im Gegenzug stark anheben bis auf 25%. In den skandinavischen Ländern wird das ja praktiziert und funktioniert auch wunderbar. Die Kaufkraft in Skandinavien ist sehr viel stärker als bei uns, und der Industrie geht es auch gut. Man hat trotzdem einfach mehr von seinem Geld. Gewerkschaften raus, die behindern seit Jahren, dass wir in Deutschland konkurrenzfähig sind. Außerdem würde ich die Subventionen für Kohle und Stahl streichen, weil mit diesem Geld Deutschlands Schulden binnen fünf Jahren getilgt wären. Ata spielt am Freitag, den 16 September in der Panoramabar.